http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/wissen/jean-baudrillard-und-die-kultur-der-simulation/-/id=660374/did=13290206/nid=660374/qwsl7h/index.html

 

Seine Aussage, die Terroranschläge vom 11. September 2001 wären die "Mutter aller Medienereignisse", wurde weltweit heftig kritisiert. Trotzdem hatte der französische Philosoph Jean Baudrillard (1929 - 2007) einen besonderen Blick für Veränderungen innerhalb der europäischen Gesellschaft. Er sprach von der Sinnlosigkeit des Lebens in einem Überwachungsstaat und lieferte der DDR-Opposition die zentralen Begriffe für ihre Kritik am kommunistischen Regime. Doch auch in der Konsumgesellschaft sieht er die Gefahr einer existentiellen Bedeutungslosigkeit. Die ungebrochene Macht des Konsums, so Baudrillard, tötet jedwede Kreativität, weil sie über die Medien und das Bildungssystem jenen kritischen Geist aushöhle, der die Kultur der 60er- und 70er-Jahre geprägt hat. Einschaltquoten, Sportereignisse, Soft-Opern, Starkult und Werbekampagnen seien Ausdruck einer neuartigen "Kultur der Simulation", die autonomes, kritisches Denken am Ende nur noch als "störend" empfindet.

Manuskript:

swr2_wissen_20140606