swr2_literatur_20110412

Über die Berge, Hügel und Äcker im Binnenland ziehen sich saftig grüne Felder, denn es regnet viel. Und wer die Einsamkeit sucht, der findet sie hier,  zwischen den verwunschenen Weilern und vereinzelten Bauernhäusern mit dunkelrotem Fachwerk und blumigen Balkonen. ATMO … es regnet laut auf Blätter und Gras…  Für den Basken ist das Haus das Zentrum seines Lebens. Er kennt ein paar Dutzend Namen für Häuser: Etxaberria steht für neues Haus, Etxarren für Steinhaus und Etxagurren für ein lang gestrecktes Haus. Selbst Vornamen wurden aus Häusernamen abgeleitet. Der spanische Name Javier stammt aus dem Baskischen Xavier oder Xabier und der ist wiederum eine Abkürzung für Et-Xaberria. Das baskische Haus, dessen Türfront immer gen Osten, in Richtung der aufgehenden Sonne blickt, steht für Identität und Leben. Noch heute stellt sich ein Baske seinen Landsleuten nicht unbedingt mit seinem Namen vor, sondern mit dem Namen seines Hauses. Denn so heißt es: Der Name einer Familie mag verschwinden und die Familie aussterben, das Haus aber besteht fort.