101210_Jiddisch4

K
ommt Hand in Hand in mein Herz und entzündet es – den Holzscheit unter dem Himmel, aus dem die Wolken entfliehen / Kommt und hört, aus welch leer gebluteten Lippen strömt das Flüstern der Aschensprache – mein Jiddisch

Aschensprache nannte sie der litauisch-jüdische Dichter Markas Zingeris noch in den Achtzigerjahren. Denn das Jiddische galt bis dahin als die Sprache der in Auschwitz und Treblinka "verbrannten Seelen". Im geteilten Nachkriegseuropa gab es ja nur noch wenige Juden. Und lange schien auch nichts mehr daran zu erinnern, dass hier früher einmal 10 Millionen Europäer Jiddisch gesprochen hatten...