Im_Schatten_der__M_tter   

Das wichtigste Motiv in der Berberdichtung sind - die Mütter. Es gibt keinen Berber-Dichter, der ihnen nicht mindestens ein paar Gedichte widmet. So auch der vierzigjährige Touareg-Dichters Chekib Abdessalam, der hier sein Gedicht Das ewige Tal rezitierte. Er stammt aus dem Ahaggar-Gebirge im Süden Algeriens, zog zehn Jahre lang durch die Wüste, lebt heute im Exil, wie er es nennt: in Paris. Wenn er von den Müttern spricht, geht es nicht nur um unmittelbare Mütterlichkeit und Häuslichkeit. Die Frau ist zwar Lebensspenderin und Mutter, doch eben das macht aus ihr viel mehr. Alles Leben kommt aus der Frau - das physische, wie das geistige. Deshalb muss der, der die Gegenwart des Geistes  - des schöpferischen Weltgeistes sucht - sich unbedingt an das erinnern, was ihn ”die Mütter” in seiner Familie gelehrt haben. Für Abdellah Bounfour geht  diese Idee auf uralte berberische Schöpfungsmythen zurück.